Magazin · · 2 Min. Lesezeit
Zweisprachig, ohne auseinanderzulaufen
Der schwere Teil einer zweisprachigen Website ist nicht die Übersetzung — es ist das dritte Jahr danach. Wie Struktur und Werkzeuge verhindern, dass eine Sprache verwahrlost.
Das eigentliche Problem heißt Drift
Zweisprachige Websites scheitern selten am Anfang. Sie scheitern schleichend: Ein Absatz wird auf Deutsch überarbeitet und auf Englisch vergessen, eine neue Seite erscheint nur in einer Sprache, ein Preis stimmt hier und dort nicht mehr überein. Nach zwei Jahren ist die zweite Sprache eine schlechte Erinnerung an die erste — und wirkt auf genau die Besucher, für die sie gebaut wurde, wie Vernachlässigung.
Guter Wille verhindert das nicht. Verhindern kann es nur eine Struktur, in der das Auseinanderlaufen auffällt, bevor es jemand sieht.
Eine Struktur, zwei Sprachen
Bei uns liegen beide Sprachen in derselben Datei, mit exakt gleicher Struktur: Jeder Schlüssel, den es auf Deutsch gibt, muss auf Englisch existieren — und umgekehrt. Ein Werkzeug vergleicht beide Bäume und meldet jeden Schlüssel, der nur auf einer Seite steht. Eine vergessene Übersetzung ist damit kein Schönheitsfehler, den irgendwann jemand bemerkt, sondern ein gemeldeter Befund am Tag ihrer Entstehung.
Unterseiten tragen in beiden Sprachen denselben Kurznamen. Das macht die Umschaltung trivial — jede Seite kennt ihre Entsprechung — und die Adressen ehrlich: /wissen/ und /en/insights/ führen zum selben Inhalt, nicht zu ungefähr demselben.
Was Suchmaschinen davon sehen
Jede Seite nennt im Kopf ihre eigene Adresse und die ihrer Übersetzung — die hreflang-Angaben, die Suchmaschinen sagen, welche Fassung sie wem zeigen sollen. Dieselben Paare stehen noch einmal in der Sitemap. Ohne diese Angaben konkurrieren die beiden Fassungen gegeneinander; mit ihnen stützen sie sich.
Wichtig ist die Vollständigkeit: hreflang, das nur auf manchen Seiten steht, ist schlimmer als keines. Deshalb erzeugt der Generator diese Angaben für jede Seite mit — sie können nicht vergessen werden, weil sie niemand von Hand schreibt.
Übersetzen heißt noch einmal schreiben
Die Werkzeuge sichern die Struktur, nicht die Sprache. Ein englischer Text, der einem deutschen Satz für Satz folgt, liest sich wie eine Übersetzung — und niemand liest gern Übersetzungen. Deshalb gilt für den Inhalt: gleiche Aussage, eigener Rhythmus. Was sich nicht übertragen lässt, wird für die zweite Sprache neu gedacht statt notdürftig übersetzt. Das kostet beim Schreiben doppelt und zahlt sich bei jedem einzelnen Leser aus.
Deshalb gilt für den Inhalt: gleiche Aussage, eigener Rhythmus.
Danach
So arbeiten wir — und das kommt dabei heraus.
Was in diesem Text beschrieben ist, steckt in jedem Produkt unter diesem Dach. Ansehen lohnt mehr als weiterlesen.
Genau das steckt in:
Weitere Artikel
Einbürgerungstest: Wie viele Fragen, wie viele richtig?
33 Fragen, 60 Minuten, bestanden ab 17 richtigen Antworten. Was hinter diesen drei Zahlen steckt, woher die Fragen kommen — und warum sich der Test vollständig vorher lernen lässt.
Artikel lesenSportbootführerschein See: Fragen, Fehler, Ablauf
30 von 285 Fragen, 60 Minuten, zwei getrennt gewertete Teile. Warum die Verteilung der Fehler wichtiger ist als ihre Zahl — und was zur Theorieprüfung noch dazukommt.
Artikel lesenSimple Present: Wann man es benutzt und wo das -s hingehört
Die Grundform der englischen Gegenwart hat genau eine Stolperstelle: die dritte Person Einzahl. Wann das Simple Present steht, wie Frage und Verneinung gebaut werden — und warum das -s so unlogisch wirkt.
Artikel lesen
