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Software, die bleibt: Produkte bauen ohne Verfallsdatum
Die meiste Software wird für den Moment gebaut — für die Demo, die Runde, den Verkauf. Wir bauen für das dritte Jahr. Was das konkret an Entscheidungen bedeutet.
Die unbequeme Frage zuerst
Vor jedem Produkt steht bei uns eine Frage, die mit Technik nichts zu tun hat: Wollen wir das in fünf Jahren noch betreuen? Wenn die ehrliche Antwort Nein lautet, wird es nicht gebaut — egal, wie gut die Gelegenheit aussieht. Denn Software ist kein Bauwerk, das fertig wird. Sie ist eher ein Garten: Was niemand pflegen mag, verwildert, und zwar sichtbar.
Aus dieser einen Frage folgt fast alles Weitere. Wer für Jahre baut, wählt anders aus, was er beginnt — und anders, womit er es baut.
Abhängigkeiten sind Versprechen anderer Leute
Jede Bibliothek, jedes Framework, jeder fremde Dienst ist ein Versprechen, das jemand anderes halten muss: dass es weitergepflegt wird, dass Updates nichts brechen, dass der Dienst nicht eingestellt oder umbepreist wird. Manche dieser Versprechen sind es wert. Die meisten sind es nicht — sie sparen eine Woche am Anfang und kosten sie jedes Jahr aufs Neue.
Was wir uns nicht leisten können, ist nicht die Bibliothek — es ist ihre Wartung über ein Jahrzehnt.
Deshalb sind unsere Produkte absichtlich arm an Abhängigkeiten: statisches HTML, eigenes CSS, eigenes JavaScript, ein Generator aus der Standardbibliothek. Was wir uns nicht leisten können, ist nicht die Bibliothek — es ist ihre Wartung über ein Jahrzehnt.
Langsamer Anfang, schneller Betrieb
Diese Bauweise verschiebt die Kosten nach vorn. Ein eigener Rechner, eine eigene Karte, ein eigener Zähler: alles dauert länger, als das Fertige einzubetten. Dafür kippt die Rechnung im Betrieb — es gibt keine Abonnements, die mitwachsen, keine fremden Ausfälle, die zu eigenen werden, keine Nacharbeit, weil ein Anbieter seine Schnittstelle ändert.
Und es gibt einen Effekt, der sich erst mit dem zweiten Produkt zeigt: Was einmal selbst gebaut wurde, gehört dem Haus. Der Zähler des ersten Produkts zählt beim dritten, der Generator des ersten baut das vierte. Jedes Produkt startet auf dem Stand, den das vorige erreicht hat.
Woran man es erkennt
Ob Software zum Bleiben gebaut ist, sieht man ihr von außen an: Sie lädt schnell, weil nichts Überflüssiges mitkommt. Sie funktioniert nächstes Jahr noch genauso, weil nichts unter ihr wegbricht. Ihre Rechtstexte beschreiben, was wirklich geschieht, weil wenig geschieht. Und sie muss nichts ankündigen — was fertig ist, steht im Portfolio, was nicht fertig ist, steht nirgends.
Danach
So arbeiten wir — und das kommt dabei heraus.
Was in diesem Text beschrieben ist, steckt in jedem Produkt unter diesem Dach. Ansehen lohnt mehr als weiterlesen.
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